Hans Georg Heinke
war langjähriger Mitarbeiter des ORF und gilt als längstdienender Nachrichtensprecher des Österreichischen Rundfunks. Der Milizoberst ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Gols, im Burgenland.

Warum setzen Sie sich stark für den Kampf gegen Krebs ein?

Krebs ist eine Krankheit, die jeden Menschen zu jeder Zeit treffen kann. Sie ist also immer in unserer Nähe. Darum ist es wichtig, dass die Erkrankung und die Menschen, die daran leiden, genügend Aufmerksamkeit bekommen. Derzeit spricht alles über Ebola, was zweifelsohne eine ganz schlimme Sache ist, aber wo sich die Menschen in Europa wohl auch oft denken - das ist in Westafrika, das ist ja ganz weit weg von uns. Mit Krebs ist es eben anders. Krebs ist viel unmittelbarer.

Was ist Ihr persönlicher Bezug zu dem Thema?

Mein Vater ist mit 51 Jahren an Krebs gestorben. Das war schon sehr hart für mich. Als dann meine Enkelin ebenfalls krebskrank wurde und mit erst zehn Jahren dem Leiden erlegen ist, war das besonders schlimm. Wenn die eigene Familie so stark von einer Krankheit betroffen ist, macht man sich schon Gedanken und überlegt, was man tun kann, um sich für andere Menschen einzusetzen, die ein ähnliches Schicksal teilen wie die eigenen Familienmitglieder.
Bei Krebserkrankungen gibt es genetische Dispositionen – macht man sich darüber Gedanken, wenn zwei Familienmitglieder an Krebs verstorben sind?
Wie gesagt, die Betroffenen waren mein Vater und die Tochter meiner Tochter. Ob es einen genetischen Zusammenhang gab, kann ich nicht sagen. Ich versuche, mir keinen Kopf darüber zu machen. Weil das ja zu nichts führt, wenn man in dieser ständigen Angst lebt.

Wie wichtig sind Vorsorgeuntersuchungen für Sie?

Solche Untersuchungen sind natürlich extrem wichtig und das für alle Personen. Bei Schlechtwetter nimmt man ja auch einen Schirm mit, obwohl es oft noch gar nicht regnet. Ich finde man sollte sich regelmäßig durchchecken lassen, aber es macht keinen Sinn in möglichst kurzen Abständen zum Arzt zu rennen. Ich selbst gehe regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen. Dazu zwingen kann man natürlich niemanden. Man kann nur an den Hausverstand der Menschen appellieren und hoffen, dass sie sich der Ernsthaftigkeit und Wichtigkeit bewusst sind.

Können Sie kurz die Aktion „Dancer Against Cancer“ erklären, bei der Sie sich seit langer Zeit engagieren?

„Dancer Against Cancer“ wurde vor sieben Jahren von Yvonne Rueff ins Leben gerufen. Sie ist die Leiterin ihrer eigenen Tanzschule und hat aufgrund von Erlebnissen im persönlichen Umfeld damit begonnen, sich karitativ gegen Krebs zu engagieren. Beim alljährlichen Ball wird Geld gesammelt, das dann der Österreichischen Krebshilfe zur Verfügung gestellt wird. Es geht aber auch darum, die Aufmerksamkeit für Krebserkrankungen zu steigern. Dies ist in den letzten Jahren schon sehr gut gelungen und „Dancer Against Cancer“ hat sich zu einer der größten Charity-Veranstaltungen in Österreich entwickelt. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass Krankheiten wie Krebs nie genug Aufmerksamkeit bekommen können.

Sie waren in den letzten Jahren immer aktiv bei „Dancer Against Cancer“ beteiligt - warum?

Ich bin von Anfang an dabei, weil ich finde, dass das eine großartige Sache ist. Yvonne ist damals an mich herangetreten, weil ich gerade an „Dancing Stars“ im ORF teilgenommen hatte und ich habe natürlich gleich meine Unterstützung zugesichert. Ich finde es toll, dass sich viele Personen aus dem öffentlichen Leben für den Kampf gegen den Krebs einsetzen und bei „Dancer Against Cancer“ mitmachen.

Sind Sie heuer wieder dabei?

Selbstverständlich und ich freue mich schon sehr darauf. Meine Frau und ich werden das Tanzbein schwingen. Wir tanzen auch so sehr viel. Wenn man dann dabei noch etwas Gutes tun kann, dann ist das umso schöner und befriedigender. Ob wir gemeinsam auf der Tanzfläche stehen werden oder mit anderen Tanzpartnern, das weiß ich noch nicht.

Wie kann man als Angehöriger helfen, wenn jemand an Krebs erkrankt?

Das ist schwierig. Man ist ja kein Mediziner und kann somit die Person nicht heilen. Ich würde sagen, man kann sehr viel geben: Zuwendung, Verständnis und Zeit. Man sollte viel zuhören und dem Menschen die Zeit der Krankheit so angenehm wie möglich gestalten.

Wenn Sie unseren LeserInnen etwas zur „Diagnose Krebs“ sagen können, was wäre das?

Es ist zwar eine Binsenweißheit, aber: „Lieber gut vorgebeugt, als schlecht geheilt.“ Krebs ist heilbar, aber dazu ist eine frühzeitige Diagnose notwendig. Gehen Sie also regelmäßig zum Arzt und lassen Sie sich untersuchen.