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Therapiemöglichkeiten

Mistelstudie in den USA

Im  Jahr 2008 diagnostizierte man bei Ivelisse Page, einer 37-jährigen Mutter von vier Kindern, Darmkrebs im Stadium IV. Einige Wochen später wurden ihr fast 40cm ihres Dickdarms und 28 Lymphknoten entfernt. Die Operation war erfolgreich. Doch im Dezember des gleichen Jahres erfolgte die niederschmetternde Nachricht, dass sich der Krebs auf ihre Leber ausgebreitet hatte, verbunden mit einer nur 8-prozentigen Überlebenswahrscheinlichkeit für die nächsten zwei Jahre.

In einer weiteren Operation wurden Ivelisse 20 Prozent ihrer Leber zu entfernt. Von einem Spezialisten für komplementäre Therapien, Dr. Hinderberger, erhielt sie den Vorschlag, es zusätzlich mit einer Misteltherapie zu versuchen. In Europa ist der Extrakt aus der Mistelpflanze Viscum album L.  seit vielen Jahren ein weit verbreitetes, natürliches Heilmittel zur Behandlung von Krebs, in den USA aber praktisch unbekannt.

Auch Ivelisse Page und ihr behandelnder Onkologe, Prof. Diaz, hatten noch nie zuvor von dieser Möglichkeit gehört. Daraufhin überprüfte Prof. Diaz  mehrere internationale Studien und gab schließlich zögernd grünes Licht. „Ich bin ein Onkologe, der seine Patienten in erster Linie mit Chemotherapie behandelt  und ich bin ziemlich gut darin – und dann kommt jemand, der eine gänzlich  unbekannte Therapie vorschlägt und sagt: Ich möchte, dass Sie als mein Onkologe diese Therapie durchführen! Daraufhin habe ich die Literatur über die Mistel aus allen Teilen der Welt durchforstet und einiges an Evidenz gefunden, also war ich bereit, es zu probieren.”

Als der Spezialist seine Patientin das nächste Mal sah, war er positiv überrascht. “Mir fiel sofort auf, dass Ivelisse sich deutlich besser fühlte”, erinnerte er sich. “Wie ich später feststellte, ist das ein universelles Merkmal der Misteltherapie. Ich habe danach bei allen Patienten eine verbesserte Gesichtsfarbe bemerkt, und auch wesentlich mehr Energie.”

Ivelisse ist seit der Operation ihrer Leber krebsfrei geblieben und schreibt diese Wende einer Kombination aus onkologischen Maßnahmen und der Misteltherapie zu. Um auch anderen Patienten diese Möglichkeit zu eröffnen, entschloss sie sich, die Misteltherapie in den Vereinigten Staaten offiziell zu etablieren und bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA eine Zulassung zu beantragen. In der Hoffnung, die notwendigen klinischen Studien durchführen zu können, wandte sie sich an Prof. Diaz und die Johns Hopkins University. “Ich sagte ihr, dass diese Studien Millionen von Dollar kosten würden, und ich dachte, dies würde sie bestimmt ein wenig bremsen, aber das Gegenteil war der Fall.”, meinte Diaz. “Stattdessen lief sie zur Höchstform auf!”  Ivelisse und ihr Mann Jimmy gründeten eine gemeinnützige Organisation namens „Believe Big“,  um Krebspatienten mit Komplementärmedizinern zu vernetzen und um Spenden für die notwendigen klinischen Studien zu sammeln. Durch Veranstaltungen, themenbezogene Abendessen und Spenden hat Believe Big bereits  mehr als 300.000 $ lukriert, sodass die Phase-I/II-Studie bereits letzten Sommer starten konnte.

„Forscher an der Johns Hopkins University setzen vermehrt auf natürliche Medikamente“ stellt Diaz fest. „Als Mitarbeiter dieses Hauses ist es meine Aufgabe, die herkömmlichen Behandlungen immer wieder zu verbessern bzw. zu ergänzen und dazu braucht es auch die Überprüfung  neuer Ideen. Der Hauptvorteil der Mistel könnte in ihrer Fähigkeit liegen, das Immunsystem zu stärken, und dass sie den Patienten hilft, die Nebenwirkungen der Chemotherapie besser zu vertragen, was jetzt in dieser mehrjährigen Studie überprüft wird.“

 www.believebig.org

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