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Brustkrebs

Mit der Mistel komplementär therapieren

Close up of mistletoe in february /shallow DOF / Alternative herb used to treat cancerClose up of mistletoe in february /shallow DOF / Alternative herb used to treat cancer
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iStock/Rike_

Zusammen mit einer goldenen Sichel kennen viele die berühmte Mistel aus der Mythologie. Die Pflanze hat aber auch besondere Eigenschaften, die in der Onkologie eingesetzt werden können, erklärt Dr. Mario Mayrhoffer im Interview.

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Dr. med. Ilse Fleck-Vaclavik

Ärztin für Allgemeinmedizin © Foto: Wilke

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Dr. Mario Mayrhoffer

Arzt für Allgemeinmedizin

Was versteht man unter Misteltherapie?

Misteltherapie ist eine komplementäre aus der anthroposophischen Medizin stammende onkologische Therapie, die in allen Stadien der Erkrankung eingesetzt werden kann – ob in Frühstadien, während der Chemo- und Bestrahlungstherapie, um Nebenwirkungen zu lindern, oder nach den primären onkologischen Therapien zur Rezidivprophylaxe.

Die Misteltherapie wird hauptsächlich herangezogen, um das Immunsystem zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern. Außerdem kann man sie in einem sehr fortgeschrittenen Karzinomstadium zur Schmerzlinderung und Lebensqualitätsverbesserung einsetzen.

Wie wirkt die Mistel?

Die Mistel ist eine Pflanze mit besonderen botanischen Eigenschaften, die so gut erforscht sind wie bei keiner anderen Heilpflanze. Sie wirkt einerseits zytotoxisch auf die Tumorzelle, andererseits immunstimulierend und den natürlichen Zelltod der Tumorzelle fördernd. Zudem bewirkt die Mistel eine Endorphin-Freischüttung und hat somit auch einen stimmungsaufhellenden Effekt.

Wie wird die Misteltherapie angewendet?

Allein über Tee-Auszüge hat die Mistel noch keine Tumorwirkung. Sie muss erst speziell bearbeitet und anschließend subkutan oder intravenös verabreicht werden. Die Mistel ist ein normal zugelassenes Arzneimittel, das in einigen Bundesländern von der Krankenkassa erstattet wird. Die Misteltherapie stellt keine Alternative zur Schulmedizin dar, sondern wird als Erweiterung eingesetzt. Leider ist die Misteltherapie noch nicht gänzlich in der Schulmedizin angekommen.

Woran liegt das?

Die Mistel ist eine großartige Heilpflanze, die den ganzen Menschen auf seinem Weg durch die Tumorerkrankung unterstützt. Aufgrund der Tatsache, dass es keine zweite vergleichbare Substanz gibt, mit der man eine Doppel-Blind-Studie durchführen kann, tut sich die Wissenschaft aktuell noch schwer. Es gibt aber sehr viele überzeugende Studien und die Wirkung ist wirklich gut erlebbar.

Die Misteltherapie dürfen nur ausgebildete ÄrztInnen verabreichen, da es eine sehr personalisierte Therapie ist – das macht die Schulmedizin ja mittlerweile auch. Die Mistel hat ein Eisbrecher-Potenzial, da es die Schul- und Komplementärmedizin zu einer integrativen Medizin verbinden kann.

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Ein Erfahrungsbericht

Dr. Ilse Fleck-Václavik erklärt an einem Patientenbeispiel, wie die Misteltherapie sowohl die Lebensqualität verbessern als auch einem Wiederkehren der Krebserkrankung vorbeugen kann.

Ausgangssituation

Die Patientin ist Anfang der 1970er-Jahre geboren und bekam nach ihrer Diagnose 2010 eine Chemotherapie für rund neun Monate. Danach wurde mit einer behutsamen Misteltherapieeinleitung begonnen. Dr. Fleck-Václavik: „Die Empfehlung einer Therapie habe ich ausgesprochen, da die Patientin von der Chemotherapie sehr mitgenommen war.“

Einleitungstherapie

Ziel der Einleitungstherapie ist es, PatientInnen rasch, aber dennoch schonend an die optimale Dosis heranzuführen. Im vorliegenden Fall entschied sich Dr. Fleck-Václavik nicht für eine fixe Dosiseinstellung, sondern für eine Schaukeltherapie. Lokale Rötungen an der Einstichstelle zeigen die optimale Dosis für den betreffenden Patienten an; sie treten einige Stunden nach der Injektion auf und bleiben meist für einige Stunden bestehen. Dr. Fleck-Václavik: „Ein wesentlicher Vorteil dieser Methode ist, dass damit das Immunsystem individuell und immer wieder neu stimuliert werden kann.“

Erhaltungstherapie

Nach der Einleitungstherapie folgt die Erhaltungstherapie. In dieser Phase werden auch Pausen eingelegt. Oberstes Ziel ist also nicht das Erreichen einer möglichst hohen Stärke, sondern herauszufinden, welche Dosis für die PatientInnen ideal ist. Treten zu große Lokalreaktionen auf und/oder fühlt man sich schlapp oder grippig, war die Dosis zu hoch. Bei besagter Patientin gab es keine Auffälligkeiten. Das Wichtigste allerdings war, dass es kein Wiederauftreten der Erkrankung gab. Dr. Fleck-Václavik: „Seit 2017 erhält die Patientin eine geringe Erhaltungstherapie, jeweils im Frühjahr und im Herbst. Es gab bis dahin kein Wiederkehren der Krankheit und sie ist voll leistungsfähig!“

Fazit

Viele Studien zeigen, dass Misteltherapien den PatientInnen dabei helfen, die Chemo- und Strahlentherapie gut durchzustehen und sich danach schneller zu erholen.

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