Die Zahlen zeigen zwar regionale Unterschiede, grundsätzlich schlage sich der Trend aber in allen Ländern nieder. Bei Hautkrebs lassen sich zwei große Übergruppen unterscheiden. Einerseits gibt es das Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt und andererseits das Basaliom (Basalzellenkrebs) und das Plattenepithelkarzinom / Vorstufe aktinische Keratose (weißer Hautkrebs). Die beiden Arten unterscheiden sich sowohl im Krankheitsbild als auch im Verlauf und bedürfen deshalb auch verschiedener Therapieformen.

Das Melanom

Melanozyten sorgen durch Pigmentbildung dafür, dass wir bei Sonnenbestrahlung geschützt sind. „Sind wir allerdings zu viel UV-Licht ungeschützt ausgesetzt, kommt es zu genetischen Veränderungen der Zellen“, erklärt Pehamberger.

Die Pigmentzellen die unseren Körper eigentlich schützen sollen, verwandeln sich in Krebszellen. Das Melanom wird von Laien oft mit einem Muttermal verwechselt. Die Unterscheidung ist auch nicht immer ganz einfach.

Grundsätzlich sind Muttermale viel regelmäßiger und grenzen sich von der umliegenden Haut gut ab. Außerdem verändern sie sich nur wenig bis gar nicht in Bezug auf Größe und Form. Melanome hingegen haben eine unscharfe Abgrenzung und können sehr schnell wachsen.

Deswegen ist die Kontrolle durch den Facharzt sehr wichtig. „Mit Hilfe der digitalen Dermatoskopie können wir bösartige Hauttumore frühzeitig erkennen und entfernen“, so der Dermatologe.

Dabei werden mit einer Art Lupe die betroffenen Hautregionen begutachtet. Es kann eine Verlaufskontrolle durchgeführt und somit jede Veränderung rasch erkannt werden. Dies ist beim schwarzen Hautkrebs besonders wichtig, da er dazu neigt, früh Metastasen über Lymph- und Blutbahnen zu streuen.

Das Basaliom

Diese Krebserkrankung entwickelt sich aus den basalen Schichten der Epidermis und der Haarfollikel. „Bevorzugt treten sie in Körperregionen auf, die der Sonne stark ausgesetzt sind, also im Gesicht oder aber auch am Handrücken“, weiß Dr. Pehamberger.

Das Basalzellkarzinom kann das umliegende Gewebe schädigen und sogar Knochen infiltrieren. „Es ist also lokal destruktiv und kann ganze Gesichtregionen zerstören“. Zwar bilden Basaliome nur extrem selten Metastasen, wachsen aber nur sehr langsam und manchmal unbemerkt über Jahre hinweg.

 

Vorsorge und Therapie

Als primäre Prävention gegen Hautkrebs gilt der Sonnenschutz. Vor dem Sonnenbaden sollte man sich immer gut eincremen und im Idealfall eine Kopfbedeckung tragen, um besonders gefährdete Körperteile wie Nase und Ohren zusätzlich zu schützen.

Aber auch im Alltag ist die Verwendung von Sonnencremen anzuraten, sobald man sich längere Zeit im Freien aufhält. Dies gilt besonders für helle Hauttypen.

„In den letzten fünf Jahren hat sich in der Hautkrebstherapie mehr getan als in den dreißig Jahren davor“, verrät Pehamberger. War früher ein Melanom noch ein Todesurteil, so bestehen heute Therapieformen, welche die Lebenserwartung signifikant erhöhen beziehungsweise eine komplette Heilung ermöglichen. Eine frühe Erkennung der Erkrankung wirkt sich dabei äußerst positiv auf die Heilungschancen aus.

So gibt es beispielsweise Antikörpertherapien, die bei Melanomen zum Einsatz kommen. Bei diesem Verfahren werden körpereigene Abwehrzellen aktiviert und diese können dann aktiv gegen den bestehenden Tumor arbeiten. Zielgerichtete Therapieformen sollen das Wachstum und die Teilung von Krebszellen verhindern. „Auch beim Basalzellkarzinom haben wir mit zielgerichteter Therapie große Fortschritte gemacht“, freut sich der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten.