Was versteht man unter Misteltherapie?

Misteltherapie ist eine komplementäre aus der anthroposophischen Medizin stammende onkologische Therapie, die in allen Stadien der Erkrankung eingesetzt werden kann – ob in Frühstadien, während der Chemo- und Bestrahlungstherapie, um Nebenwirkungen zu lindern, oder nach den primären onkologischen Therapien zur Rezidivprophylaxe.

Die Misteltherapie wird hauptsächlich herangezogen, um das Immunsystem zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern. Außerdem kann man sie in einem sehr fortgeschrittenen Karzinomstadium zur Schmerzlinderung und Lebensqualitätsverbesserung einsetzen.

Wie wirkt die Mistel?

Die Mistel ist eine Pflanze mit besonderen botanischen Eigenschaften, die so gut erforscht sind wie bei keiner anderen Heilpflanze. Sie wirkt einerseits zytotoxisch auf die Tumorzelle, andererseits immunstimulierend und den natürlichen Zelltod der Tumorzelle fördernd. Zudem bewirkt die Mistel eine Endorphin-Freischüttung und hat somit auch einen stimmungsaufhellenden Effekt.

Wie wird die Misteltherapie angewendet?

Allein über Tee-Auszüge hat die Mistel noch keine Tumorwirkung. Sie muss erst speziell bearbeitet und anschließend subkutan oder intravenös verabreicht werden. Die Mistel ist ein normal zugelassenes Arzneimittel, das in einigen Bundesländern von der Krankenkassa erstattet wird. Die Misteltherapie stellt keine Alternative zur Schulmedizin dar, sondern wird als Erweiterung eingesetzt. Leider ist die Misteltherapie noch nicht gänzlich in der Schulmedizin angekommen.

Woran liegt das?

Die Mistel ist eine großartige Heilpflanze, die den ganzen Menschen auf seinem Weg durch die Tumorerkrankung unterstützt. Aufgrund der Tatsache, dass es keine zweite vergleichbare Substanz gibt, mit der man eine Doppel-Blind-Studie durchführen kann, tut sich die Wissenschaft aktuell noch schwer. Es gibt aber sehr viele überzeugende Studien und die Wirkung ist wirklich gut erlebbar.

Die Misteltherapie dürfen nur ausgebildete ÄrztInnen verabreichen, da es eine sehr personalisierte Therapie ist – das macht die Schulmedizin ja mittlerweile auch. Die Mistel hat ein Eisbrecher-Potenzial, da es die Schul- und Komplementärmedizin zu einer integrativen Medizin verbinden kann.