Wenn dein Arzt dir sagt, dass du Krebs hast, sitzt der Tod plötzlich mit im Sprechzimmer. Ich weiß, wovon ich hier schreibe. Ich bekam eine Krebsdiagnose mit Ende 20. Meinem Arzt vertraute ich schon damals, im Jahr 2000 und befolgte deshalb seine Behandlungsempfehlung. Ich fühle mich bei ihm bis heute in guten Händen. Selbstverständlich erwarte ich, dass er um jedes Mittel weiß, das mir hilft. Ganz gleich, ob es aus einem Lehrbuch der klassischen Schulmedizin stammt oder aus einem Heilkräuterbuch. Ich erwarte auch, dass mein Arzt mich im Zweifel zu jemandem schickt, der Bescheid weiß. Was er übrigens getan hat. Heute gelte ich als geheilt. Man möge mir den persönlichen Bezug verzeihen, aber ich bin eben buchstäblich betroffen. Deswegen möchte ich hier auch allen Betroffenen raten, vom Recht auf alle der Medizin zur Verfügung stehenden Mittel Gebrauch zu machen.
Leider wird die komplementäre Medizin bis heute von vielen als Alternativmedizin abgetan. Vor allem, weil wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit ihrer Methodik bei Krebs häufig fehlen. Doch auch hier tut sich was. Immer öfter wagt die Schulmedizin den Schulterschluss mit der Komplementärmedizin. So geht es für Krebspatienten wie mich nicht um ersetzende Alternativen, sondern um einander ergänzende Behandlungen.

Welche komplementären Therapien gibt es heute?

Eine ganze Reihe von Krebspatienten, mal ist die Rede von der Hälfte, mal von mehr, ergänzen ihre schulmedizinische Therapie heute schon mit komplementären Behandlungen wie Homöopathie, Hypnose, Akupunktur und Anti-Stress-Therapien (MBSR, Mindfulness-Based Stress Reduction). Sie sollen helfen, Ängste, Schmerzen, Depressionen und Stress zu mindern. Dinge, die infolge der Krebserkrankung oder der Krebstherapie auftreten.
Auch Strategien für einen nachhaltig gesunden Lebenswandel werden als komplementäre Methoden angewandt, zum Beispiel Sport wie Yoga, Qigong oder Tai-Chi, der sowohl Körper als auch Geist stärken soll, oder Ernährungsstrategien, die für eine optimale Versorgung des von Krebs befallenen Körpers sorgen sollen. Hinzu kommen Wirkstoffe, die die Beschwerden infolge von Krebs oder -therapie lindern können. Es gibt sie als Nahrungsergänzung, zum Beispiel aus Soja abgeleitete Phytoöstrogene /Isoflavonoide, Leinsamen, Traubensilberkerze, Johanniskraut, Mistel, Kava-Kava, Rotkleeblätter, Dong Quai Wurzel, Ginsengwurzel oder Bromelain plus Papain plus Selen plus Lektin.

Die Mistel in der Krebstherapie

Im deutschsprachigen Raum zählen Mistelpräparate und wässrige Extrakte der Mistelpflanze, die meist unter die Haut (subkutan), seltener intravenös oder gar in den Tumor gespritzt werden, zu den meist angewandten Krebsmitteln , heißt es im Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Gleichwohl deren Wirkung kaum erforscht und deswegen umstritten sei, sollen demnach sogar Kritiker der Misteltherapie zugestehen, dass sie BrustkrebspatientInnen parallel zur Chemotherapie zu einer verbesserten Lebensqualität verhelfen könne.

Unterstützung durch Spurenelemente

Das existenzielle Spurenelement Selen gilt als Mittel gegen zellzerstörende Freie Radikale, die auch Verursacher von Krebs sein können. Es mildere laut Studien zudem die Erschöpfung (Fatigue), die viele Krebspatienten beklagen.