„Bei einer herkömmlichen Strahlentherapie wird das umliegende Gewebe, vor allem vor und hinter dem Tumor, mitgeschädigt“, erklärt Eugen Hug, Geschäftsführer des Behandlungszentrums. Bei der Ionentherapie kommen aber nicht Röntgenstrahlen, sondern Kohlenstoffionen oder Protonen, positiv geladenen Kerne von Wasserstoffatomen, zum Einsatz.

Diese Teilchen haben eine andere Wechselwirkung mit dem Gewebe und lassen sich exakter dosieren. „Das heißt, es wird weniger Strahlung auf dem Weg zum betroffenen Gewebe appliziert und fast die gesamte Dosis im Tumor selbst abgegeben“, erklärt der Mediziner.

Damit lassen sich nun auch Tumore in unmittelbarer Nähe von strahlenempfindlichen Organen sowie Kinder und Jugendliche behandeln. Die hohe Präzision erlaubt es zudem, höhere Strahlungsdosen zu verwenden: Das kann zu Gunsten einer höheren Wirksamkeit oder zur Reduktion der Anzahl benötigter Behandlungen eingesetzt werden, was vielen PatientInnen entgegenkommt.

Den Tumor im Visier, den Patienten im Fokus

„Das ist natürlich hochtechnisierte Medizin, die wir hier anbieten. Dass PatientInnen das etwas beängstigen kann, ist ganz normal, aber unbegründet. Schlussendlich ist die Therapie auch vollkommen schmerzfrei“, so Hug. Die Technik sei zwar sehr fortgeschritten, aber nicht experimentell. Letztlich steht der Patient im Mittelpunkt, weshalb auf den engen Kontakt von Behandelnden und Behandelten großer Wert gelegt wird.

In einem ausführlichen Erstgespräch verflüchtigen sich die Ängste der PatientInnen meist recht rasch. Bereits davor wird geklärt, ob der Patient für eine Behandlung in Betracht kommt. Geeignet ist die Therapie vor allem in der Frühphase einer Erkrankung. In einem metastasierten Zustand ist eine erfolgreiche Bestrahlung nicht mehr möglich.

Als Team gegen die Erkrankung

„Für uns ist auch wichtig, dass die PatientInnen nicht das Gefühl haben, sich gegen ihre lokalen Ärzte zu wenden, wenn sie mit uns Kontakt aufnehmen. Viele PatientInnen sind dann auch wirklich erleichtert, wenn wir vorschlagen, ihren Arzt anzurufen“, erklärt Hug. Für die Mediziner am Behandlungszentrum sei das aber eine Selbstverständlichkeit.

Schließlich würden die PatientInnen nach Abschluss der Therapie ja auch wieder zu ihren behandelnden Medizinern zurückkehren. „Der Kampf gegen die Krankheit ist keine bloße Frage der Technik. Genauso wichtig ist, dass alle Beteiligten im Verbund handeln“, so Hug.