Dr. med. Michael Vogele
Geschäftsführer der iSYS Medizintechnik GmbH

Dr. Michael Vogele, Geschäftsführer der iSYS Medizintechnik GmbH hat sich bereits während seines Studiums der Medizin intensiv mit diesen
mikroinvasiven Verfahren beschäftigt. 1996 begann er unter der wissenschaftlichen Leitung von OA Ao. Univ.- Prof. Dr. Reto Bale von der Universitätsklinik Innsbruck mikroinvasive Verfahren mit Hilfe moderner Bildgebungsverfahren zu entwickeln und klinisch umzusetzen. „Was vor 20 Jahren noch unmöglich erschien, ist an hochspezialisierten, radiologischen Zentren bereits etabliert. Eine Radiofrequenztherapie beispielsweise ermöglicht eine präzise und nahezu schmerzfreie Ablation (=Zerstörung) des Tumorgewebes, ohne dass sich der Patient einer großen, invasiven und belastenden Operation unterziehen muss.“ Trotz alledem besteht in der öffentlichen Wahrnehmung noch Aufklärungsbedarf.
Die Interventionelle Radiologie ermöglicht eine punktgenaue Platzierung von Sonden bzw. Nadeln mit Hilfe modernster Bildgebungsverfahren. Durch diese Sonden-/Nadelplatzierung durch die Haut wird eine schonende, aber hochpräzise Therapie von onkologischen Patienten am Zielpunkt (meist Nadelspitze) möglich. Ein entscheidendes Kriterium für die Wahl der geeigneten Therapieform für onkologische Patienten, denn oft ist diese mit großen Beschwerden verbunden. Sehr viele Verfahren, die bereits als Standard gelten, werden oft gar nicht als Aspekt dieser spezifischen Behandlung gewertet.
„Darum sprechen wir auch von „fast schon etabliert“, denn viele wissen über diese Form der therapeutischen Maßnahme gar nicht Bescheid. Eine gute erste Anlaufstelle zur Information sind Homepages der Uniiversitätskliniken, welche genaue Abläufe bei der Therapie erklären und es ermöglichen, sich einen ersten Überblick zu verschaffen.“ Einer der Gründe für den fehlenden Bekanntheitsgrad sieht Dr.Vogele auch in der wachsenden Komplexität im medizinischen Sektor. „International sind diese Verfahren akzeptiert und auch in der Ärzteschaft wohlbekannt, aber für die Durchsetzung von standardisierten Therapien fehlt die einheitliche Abrechnungsziffer, die für eine unkomplizierte Abwicklung über Krankenkassen oder Versicherungen nötig ist.“

Ein schmerzfreier Impact mit weitreichenden Folgen

Die Rückmeldung der Patienten bei Anwendung von mikroinvasiven Verfahren aus der  Interventionellen Radiologie ist allerdings sehr positiv. „Viele Patienten fragen nach einem Eingriff ob überhaupt eine Therapie stattgefunden hat und sind verwundert, dass sie kaum etwas spüren.“ Neben der kurativen Zielsetzungen ist in der Onkologie auch die Steigerung der Lebensqualität für Krebspatienten ein immer größer werdendes Thema. Eine erfolgreiche Therapie sollte deshalb auch mit möglichst geringen Nebenwirkungen und schneller Mobilität nach dem Eingriff verbunden sein, gerade bei einer älter werdenden Gesellschaft. „In meinen Augen ist der sozio-ökonomische Impact von mikroinvasiven Diagnose- und Therapieverfahren enorm, denn neben den guten klinischen Ergebnisse - die bereits für viele Tumorarten durch Studien bewiesen sind – können diese Verfahren in Zukunft auch sehr effizient und damit kostengünstig eingesetzt werden und somit hoffentlich viele Patienten erreichen“. Eine vielversprechende Therapie also, der noch eine große Zukunft bevorsteht.