Genetische Untersuchungen sind Standard in der Erstabklärung von bösartigen Lungentumoren. Diese Analysen zeigen, dass bei vielen PatientInnen Mutationen vorliegen, die in der Lage sind, für die Entstehung und den Verlauf von Krebs relevante Gene zu aktivieren. Die Häufigkeit solcher Mutationen schwankt weltweit und hängt vom genetischen Hintergrund, Alter, Geschlecht und Nikotinkonsum ab.

Auf diese Fehlfunktionen der Zellen kann man mit neuen kleinen Molekülen sehr gut reagieren. Im Fall von mutierten EGFR-Proteinen zeigt sich zum Beispiel bei der Behandlung mit EGFR-Enzymhemmstoffen nach der Metastasenbildung gegenüber der Chemotherapie ein verlängertes Überleben. Ähnlich stellt sich die Situation für PatientInnen mit Aktivierung des alk-Gens dar, wobei mit den spezifischen Medikamenten auch Hirnmetastasen angegriffen werden können.

Die Immuntherapie hat bei der Behandlung von Krebserkrankungen, die von den Schleimhäuten oder dem Drüsengewebe ausgehen, substanzielle Erfolge erzielt: Inzwischen beginnt sich ein Plateau an Langzeitüberlebenden abzubilden, das man nach der Metastasenbildung bis dato nicht gesehen hatte.

Die Bedeutung immuntherapeutischer Verfahren für kleinzellige Bronchialkarzinome ist noch nicht klar. Erfreulich ist aber, dass mit der Entwicklung eines monoklonalen Antikörpers erstmals seit langem Therapieerfolge bei vorbehandelten PatientInnen zu beobachten waren. Somit wird intensiv an der Perfektionierung genomischer Analysen zur Gestaltung individueller und personalisierter Therapieansätze gearbeitet.