Pestizide in unserer Nahrung sind leider Realität. Ein Großteil der konventionellen Obst- und Gemüssorten, die wir konsumieren, sind mit Pestizidrückständen belastet.  Viele davon stehen im Verdacht, krebserregend und damit an der steigenden Zahl von Krebserkrankungen beteiligt zu sein.

Vom Schlechten im Guten

Die neue EU Pestizid-Verordnung von 2008 weist Errungenschaften auf wie die Stärkung des Vorsorgeprinzips und die sogenannten Ausschluss-Kriterien. Substanzen, die erwiesenermaßen krebserregend sind, dürfen nicht als Pestizidwirkstoffe zugelassen werden. Allerdings gibt es Abstufungen. Nur die Wahrscheinlichkeitsstufen 1A und 1B - d.h. eine Substanz kann bekanntermaßen bzw. wahrscheinlich beim Menschen Krebs auslösen - gelten als Ausschlusskriterien. Steht ein Stoff lediglich im Verdacht krebserregend zu sein, darf er trotzdem zugelassen werden. Derzeit sind ca. 30 Pestizidwirkstoffe zugelassen, die in Stufe 2 klassifiziert, also vermutlich krebserregend, sind. Diese Stoffe finden sich auf Heidelbeeren, Himbeeren, Weintrauben, Zitrusfrüchten oder Brokkoli , die wegen ihrer  präventiven Wirkung gegen Krebs bekannt sind.

Saisonal gesünder

Bei Untersuchungen finden sich regelmäßig auf fast allen untersuchten Äpfeln Rückstände von Pestiziden, wenn auch in geringer Konzentration. Zitrusfrüchte sind in fast 100% der Fälle belastet. Vor allem Produkte, die außerhalb ihrer Saison angebaut werden, müssen oft mit erheblichem Aufwand an Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, da sie anfälliger für Krankheiten sind. So weist beispielsweise Häuptelsalat im Winter hohe Rückstände von Pestiziden auf, während er im Frühling und Sommer nahezu rückstandsfrei ist.

Also sind von Natur aus gesunde Lebensmittel wie Äpfel, Birnen und anderes Obst und Gemüse oft mit Stoffen belastet, die krank machen können.

Kleine Dosis - große Wirkung

Eine besonders problematische Gruppe von Pestiziden ist die der hormonell wirksamen Chemikalien, also von Stoffen, die in den Hormonhaushalt des Menschen eingreifen können. Zahlreiche Erkrankungen wie Fruchtbarkeitsstörungen, Brust- und Prostatakrebs, aber auch Diabetes werden mit  diesen Substanzen in Verbindung gebracht. Sie können schon in kleinsten Mengen gefährliche Auswirkungen zeigen. Dennoch ist in der EU nicht endgültig definiert, wie diese Substanzen geregelt werden sollen. Dabei fallen nicht nur Pestizide in diese Wirkstoffgruppe, sondern auch Stoffe in Plastikprodukten, Verpackungsmaterialien, Mikrowellengeschirr etc.

3-fach Schutz durch biologische Lebensmittel

Sollte man also auf Obst und Gemüse verzichten, um sich nicht der Gefahr von krebserregenden Stoffen auszusetzen? Die klare Antwort lautet: Nein! Das gesundheitsfördernde Potential von Obst und Gemüse ist bei weitem höher als die Gefahr durch Rückstände. Möglichst vielfältig zu essen und täglich eine bunte Auswahl von Obst und Gemüse zu verzehren, ist die beste Prävention gegen diverse Krankheiten.

Am sichersten ist es, Lebensmittel in Bio-Qualität zu essen. Im biologischen Landbau dürfen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Die Produkte sind daher frei von Pestizid-Rückständen. KonsumentInnen von Bio-Produkten schützen 3-fach: Sich selbst durch gesundes Obst und Gemüse, die ProduzentInnen, die nicht mit gefährlichen Giftstoffen hantieren müssen und die Umwelt.

TIPPs zum gesunden Verzehr von Obst und Gemüse

Achten Sie auf Saisonalität! Im Winter gibt es heimisches Winter- oder Lagergemüse, das eine Vielzahl von gesundheitsfördernden bzw. krebs-präventiv wirkenden Substanzen enthält und in der Regel kaum belastet ist, wie Rote Rüben, verschiedene Kohlarten, Karotten, Zwiebeln, Kürbis etc.

Bei Zitrusfrüchten verringert das Schälen die Belastung erheblich, aber Sie sollten sich danach unbedingt die Hände waschen, da Rückstände auch durch die Haut aufgenommen werden können. Sollten Sie die Schale zum Kochen oder Backen verwenden, unbedingt auf Bio-Qualität achten!

Selbst gründliches Waschen von Obst und Gemüse hilft oft nur unzureichend. Viele Pestizide werden direkt von den Pflanzen aufgenommen und sind daher in den Lebensmitteln enthalten.

Wir von GLOBAL 2000 empfehlen: am gesündesten ist Bio! Schützen Sie sich und die Umwelt.

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