Yvonne Rueff
Turniertänzerin und Charity Event-Veranstalterin

Natürlich gibt es schönere Möglichkeiten seine Freizeit zu verbringen als in Wartezimmern zu sitzen, Ärzte aufzusuchen oder in Spitälern einen Rundumcheck zu machen. In der heutigen Zeit ist ja sowieso „Zeit“ das Faktum, um das es geht. Zeit hat man heutzutage kaum mehr, weder für sich geschweige denn für andere. Dies hat fatale Folgen, man denke an Burn Out – Erkrankungen, Fastfood oder Schlafmangel mancher Mitmenschen. Leider spielt dies auch eine wichtige Rolle bei der eigenen Gesundheit. Zum Arzt, sagen viele, geht man erst, wenn es nicht mehr anders geht. Falsch. Denken sie einmal über den Spruch nach: „Wir opfern unsere Zeit, um möglichst viel Geld zu verdienen, um dieses später in die Gesundheit zu investieren.“

Vorsorge kann Leben retten

Aber ist dies dann auch noch möglich? Manchmal nicht. Ich weiß wovon ich rede, ich war auch nicht anders. Eines Tages wachte ich mit einer Sehschwäche am linken Auge auf. Von heute auf morgen hatte ich nicht die Sehleistung, die ich gewohnt war. „Übermüdet“ dachte ich mir und machte ganz normal mit meinem Alltag weiter. Dieser Alltag war aber ab Mittag kaum noch möglich, denn die Sehleistung ließ den Vorhang fallen, im wahrsten Sinne des Wortes. Das halbe Auge von oben war blind, ich sah schwarz. Ich überlegte am nächsten Tag zum Arzt zu gehen. Zum Glück sah das meine beste Freundin anders und schickte mich postwendend ins Spital. Wie gesagt: zum Glück! Nach unendlichen Untersuchungen stand eine Diagnose im Raum: Hirntumor, der auf den Sehnerv drückt. Mein Arzt meinte: „Gut, dass sie da sind, wenn es das ist, können wir JETZT noch etwas machen, morgen hätte es bereits zu spät sein können.“

Das saß! Mit zu spät sein, kann bei einem Hirntumor alles gemeint sein. Ich hatte Glück im Unglück, es war kein Hirntumor, aber eine schwere Schädigung des Sehnervs, die nur bei unmittelbarer Behandlung behoben werden konnte. Die Sehleistung kam zu 85 Prozent zurück. Wäre ich später gekommen, hätte die Erfolgschance einer Heilung bei 30 Prozent und weniger liegen können.

Kann es sein, dass ich dies für Dinge des Alltags wirklich riskiert hätte? Ja, ich hätte es. Sinnlos. Seither werde ich nicht müde, zu Vorsorgeuntersuchungen aufzurufen. Gerade bei Krebs spielt die Früherkennung eine so wichtige Rolle! 60 Prozent aller Krebstode könnten bei rechtzeitiger Früherkennung verhindert werden. Dies muss uns bewusst sein, wenn wir an unser eigenes Leben denken. Was hält uns davon ab, unserem Körper die Chance auf frühzeitige Behandlung zu gönnen. Wird nicht ein Auto jährlich ins Service gefahren, auch wenn es fehlerfrei fährt, richten wir uns nicht täglich die Haare, auch wenn sie nur im Auge des Betrachters nachher schöner fallen? Denken wir um! Sehen wir Gesundheit als das höchste Gut unseres Lebens an und unseren eigenen Körper als ein einzigartiges Geschenk.

Charity als Lebensaufgabe

Ich habe mit meiner Arbeit bei Dancer against Cancer sehr viel mit Krebspatienten zu tun. Wir haben in unserer Tanzschule Tanzkurse für Menschen, die ihre Therapie gerade hinter sich gebracht haben oder noch mitten drin sind. Bei Krebs ist Bewegung wichtig und auch der Austausch mit den Mitmenschen. Ich sehe viele, die das Glück hatten, durch Früherkennung Krebs überstanden zu haben. Manche sparen sich dadurch sogar eine Chemotherapie. Ein lieber Freund ist sofort, nachdem er eine Anomalie ertastet hatte, zum Arzt gegangen. Ihm konnte ein Tumor im Hoden entfernt werden. Bereits nach vier Tagen im Spital wurde er wieder entlassen. Ein anderer Bekannter hatte nicht diesen Mut sofort zum Arzt zu gehen, seine Behandlung dauerte länger als ein Jahr. Denken wir an unsere Haare und an unser Make-up, an unsere Kleidung und an unseren selbst auferlegten To-Do-Plan. Was ist eigentlich davon noch wichtig, wenn unser Leben auf dem Spiel steht. Meist gar nichts mehr. Es gibt nur noch den Wunsch, gesund zu sein. Nützen wir die Zeit jetzt – erhalten wir diese Gesundheit durch Vorsorge. Kein Schmuck, kein Geld, kein Auto kann uns jemals so das Gefühl geben, wirklich zu leben, als Gesundheit, die uns ein Leben in einer unglaublichen Art frei von wirklichen Sorgen bieten kann. Wer einmal schwer krank war, weiß dies. Lassen wir es nicht so weit kommen – machen Sie sich noch heute ihren Vorsorgetermin aus. Nicht für mich, nicht für Ihr schlechtes Gewissen – sondern aus Liebe zu ihrem Leben!