Wie lebt es sich mit und nach einer Krebserkrankung? Wann kann man zum gewohnten Alltag zurückkehren? Was lässt sich gegen belastende Symptome, Krankheits- und Therapiefolgen tun? Wer hilft bei der Krankheitsverarbeitung? Brauche ich eine Perücke? Für viele Krebspatienten stellen sich solche Fragen vor allem in der Zeit nach dem Abschluss der ersten Behandlung. 

Einige der wichtigsten Therapiemethoden gegen Krebs haben Auswirkungen auf Haut und Haare. Vielen Patienten und Patientinnen macht das zu schaffen – vor allem den weiblichen: Auch wenn die Nebenwirkungen nur vorrübergehend sind. Spätestens wenn nach dem Schock einer Krebsdiagnose nach einer Chemotherapie die ersten Haare auf dem Polster liegen, beginnt der oder die Betroffene zu begreifen, dass es nun schwer wird – auch rein äußerlich oder „oberflächlich“. Denn man kann jetzt auch von außen etwas „sehen“.

 

Folgen der Chemotherapie

Am bekanntesten ist der Haarausfall durch einige Formen der Chemotherapie. Viele der in der Chemotherapie eingesetzten Medikamente, sogenannte Zytostatika, wirken besonders auf schnell wachsende und sich häufig teilende Zellen. Deshalb schädigen sie Haarwurzelzellen, Hautzellen, Schleimhaut- und Blutzellen.

Richtig sichtbar für Außenstehende ist erst der Verlust von mehr als der Hälfte der Kopfbehaarung. Ob das Kopfhaar gar nicht, schwach oder völlig ausfällt und ob auch Augenbrauen, Wimpern und Körperbehaarung betroffen sind, hängt von der Art der Arzneimittel, ihrer Dosis und der Veranlagung der Patienten ab: Was auf sie zukommen kann, erfahren Betroffene vor der Behandlung von ihren Ärzten.

 

Eine gute Perücke kaschiert den Haarausfall

Aber vor allem Frauen entscheiden sich oft für eine Perücke – pflegeleichter ist dabei eine Kunsthaarperücke, etwas empfindlicher eine Echthaarperücke. Vom Aussehen und vom Tragekomfort her ist Kunsthaar nicht von Echthaar zu unterscheiden. Heute gibt es schon eine Menge guter Möglichkeiten, niemanden merken zu lassen, dass eine Perücke den Kopf ziert. Man denke an viele Fernseh- oder Filmstars. Und ein bisschen Humor und Bereitschaft zu neuen Frisuren hilft in der gesamten Thematik auf jeden Fall – und sei die psychische Situation noch so heftig. Warum nicht gleich etwas Neues ausprobieren?

Man sollte darauf achten, dass jede Perückenart genau angepasst, vom Friseur geschnitten, eventuell gefärbt und nachfrisiert werden muss, um natürlich zu wirken. Was dann noch hilft: Beim letzten Friseurbesuch vor Beginn der Chemotherapie kann das eigene Haar kürzer geschnitten werden, was den Übergang zum Nachwachsen unauffälliger gestaltet.

 

Forschung gegen Haarausfall

Laut Informationsdienst des deutschen Krebsforschungszentrums untersuchen Wissenschaftler derzeit, ob es Möglichkeiten gibt, den Haarausfall medikamentös zu verhindern. Entsprechende Ansätze versuchen auf verschiedenen Wegen, die Haarwurzelzellen zu schützen. Ob dies gelingt, ist noch nicht abzusehen.