Wichtig für den Patienten ist es, frühzeitig mit einer begleitenden Ernährungstherapie zu beginnen. Nicht nur schwere postoperative Komplikationen können dadurch reduziert werden, auch die Erholung nach einer Operation lässt sich beschleunigen. Außerdem hat sich gezeigt, dass eine komplementäre, patientengerechte Ernährungstherapie, wesentlich zum Therapieerfolg beiträgt und Patienten im generellen besser auf die Krebstherapie ansprechen.

Heute weiß man auch: Für viele Betroffene lohnt es sich, auf die Ernährung zu achten, um den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern. Hat ein Patient durch seine Krebserkrankung Gewicht verloren? Besteht eine Unterversorgung mit Vitalstoffen? Oder leidet der Patient an Übergewicht, konsumiert Nikotin und Alkohol?

Auch Schadstoffe aus der industriellen Lebensvermittelverarbeitung oder der Umwelt, wie Blei, Cadmium oder Düngemittel, können dem menschlichen Organismus sehr zusetzen.

Vitalstoffe

Zwar bildet jeder Mensch täglich bösartige Zellen, jedoch kann ein intaktes Immunsystem grundsätzlich diese Zellen erkennen und sie unschädlich machen, noch bevor sie sich weiter vermehren können. Um diese Leistung allerdings tagtäglich erbringen zu können, verbraucht unser Immunsystem diverse sogenannte Vitalstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Ballaststoffe.

Ein intaktes Immunsystem ist also sowohl für die Prävention von Krebserkrankungen als auch therapiebegleitend und natürlich nach der erfolgreichen Therapie zum Schutz vor Rückfällen unabdinglich. Ernährung und Lebensstil beeinflussen offensichtlich die Entwicklung von Krebs – man geht heute davon aus, dass rund 40 Prozent der Krebserkrankungen auf Ernährungsfaktoren zurückzuführen sind.

Die Ernährung sollte folglich mit einer Vielzahl antioxidativer Nahrungsbestandteile und antikarzinogener Lebensmittel ausgestattet sein.

Antioxidantien

Die Wirkung der Vitalstoffe geht aber noch weit über das Immunsystem hinaus. Vor allem die sogenannten Antioxidantien spielen eine große Rolle bei der Entstehung und Unterhaltung von bösartigen Tumoren. Sie sind zum Beispiel in der Lage, krebsauslösende Stoffe wie radikale Sauerstoffatome zu neutralisieren.

Die folgenden Vitalstoffe sind in Bezug auf eine Krebserkrankung also besonders wichtig: Vitamin C als eines der stärksten Antioxidantien überhaupt. Im Kombination mit Vitamin E schützt es sowohl Zellen als auch deren Erbgut vor oxidativem Stress und wirkt gleichzeitig entzündungshemmend und positiv auf das Immunsystem.

Vitamin D spielt vor allem für die Krebsprävention eine wichtige Rolle. Carotinoide, die sekundären Pflanzenstoffe, die Obst und vor allem Gemüse ihre rote oder gelbe Farbe verleihen, übernehmen im Körper eine wichtige Rolle im DNA-Reparaturprozess. Außerdem sind sie essenziell für intakte Schleimhäute und schützen die Zellen und das Erbgut vor oxidativen Schäden.

Das Spurenelement Selen kann bei einer Chemotherapie zahlreiche Nebenwirkungen abschwächen, wie zum Beispiel Haarausfall und Erschöpfungszustände. Omega-3-Fettsäuren können einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Körpergewichtes und der Muskelmasse beitragen.

Antikarzinogene

Damit der Körper mit vitalstoffreichen Lebensmitteln versorgt wird, sind Mahlzeiten am besten täglich frisch zuzubereiten. Darüber hinaus ist es erforderlich, starke Säurebildner wie Kaffee, schwarzer Tee, Alkohol und Nikotin strikt zu meiden, denn sie behindern die positive Veränderung des Darmmilieus. Stattdessen ist Grüntee unbedingt zu empfehlen.

Sein Reichtum an krebsbekämpfenden Polyphenolen macht ihn zu einem ausgezeichneten antikarzinogenen Getränk. Eines der enthaltenen Polyphenole ist die Ellagsäure, die auch Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren zu wirkreichen Vitalstoffhelfern macht. Frischer Knoblauch, Kurkuma, grünes Blattgemüse, Brokkoli und Kohl- und Rübenarten sollten frisch zubereitet täglich die Speisekarte befüllen.

Auch Tomaten sind kleine Wunderheiler. Das enthaltene Carotinoid Lycopin ist hier für die krebshemmende Eigenschaft verantwortlich. Im gekochten Zustand enthalten die Tomaten den höchsten Lycopingehalt. Daher sind Tomatensaucen, Tomatenmark, passierte Tomaten, selbst hergestellter Ketchup und Tomatensaft sehr gute Lycopin-Quellen.

Astronautenkost

Ist der Allgemeinzustand von PatientInnen nicht über die herkömmliche Ernährungsweise zu stabilisieren oder verhindern Nebenwirkungen einer Krebstherapie die ausreichende Nahrungszufuhr, gibt es noch die Möglichkeit der medizinischen Trinknahrung. Hier sind alle Nährstoffe in notwendiger Menge vereint, viele Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe und Energieträger zur sogenannten „Astronautenkost“ versammelt.