Die psychologisch gravierendste Nebenwirkung einer Chemotherapie ist für viele PatientInnen der Verlust der Haare. Auch wenn diese nach Beendigung der Therapie wieder nachwachsen, stellt die Einbuße der Haare die Moral und den Umgang mit der Krankheit auf eine harte Probe.

Das deutlich sichtbare Zeichen, welches der Haarausfall setzt, stellt für viele Betroffene eine große Beeinträchtigung der Lebensqualität dar, jedoch haben Technik und Industrie mittlerweile dahingehend vorgesorgt, dass es heute Perücken gibt, die keine Wünsche in Bezug auf Farbkombinationen, Schnitt, Qualität und Tragekomfort offen lassen.  

Mögliche Nebenwirkungen

PatientInnen müssen damit rechnen, dass etwa zwei bis vier Wochen nach Beginn der Therapie die Haare mehr oder weniger stark auszufallen beginnen.

Außenstehenden fällt dies glücklicherweise nicht sofort auf, sondern erst, wenn etwa die Hälfte der Haare ausgefallen sind. Und wenn nach Beendigung der Therapie die Zytostatika im Körper wieder abgebaut werden, beginnen die Haare auch wieder zu wachsen.

Rund drei Monate nach der letzten Chemotherapie sind die Kopfhaare der meisten PatientInnen schon ein bisschen nachgewachsen. Viele überbrücken diese Zeit, bis sich die Haarwurzeln von der Krebstherapie wieder erholt haben, mit einer Perücke.

Etwas Privatheit dank Perücke

Die Gründe, wieso sich PatientInnen für einen Haarersatz während der Chemotherapie entscheiden, sind vielfältig. Einige Patienten empfinden den kahlen Kopf nicht als störend, sie haben sich auf den Haarausfall eingestellt und erwarten ihn.

Doch das Umfeld reagiert gleichwohl auf den haarlosen Kopf des nahen Menschen: Mitleid, übertriebene Hilfsbereitschaft, Angst, Distanziertheit oder oftmals einfach viele und immer dieselben Fragen. Das macht dann für den Betroffenen den Umgang mit der Krankheit nicht leichter.

Eine Perücke gibt den PatientInnen die Möglichkeit, nicht ständig auf ihre Erkrankung angesprochen zu werden. Betroffene können sich bereits vor Beginn der Chemotherapie eine Perücke vom Arzt verordnen lassen, damit sie die Möglichkeit haben, sich langsam an das Tragen einer Perücke zu gewöhnen.

Perücken sind wieder voll im Trend. Nicht nur Künstler und Schauspieler, sondern auch Damen, die gepflegt aussehen wollen, lieben dieses Requisit. Die Krankenkassa übernimmt im Bedarfsfall einen Teil der Kosten oder gewährt zumindest einen Zuschuss. In welchem Umfang sie sich beteiligen, ist unterschiedlich. Beratungen finden PatientInnen bei der Krebshilfe, aber auch in einschlägigen Fachgeschäften.

Passend zum Typ

Eine gute Perücke passt zur Persönlichkeit der Betroffenen und sieht so natürlich aus, dass sie Außenstehende nicht bemerken. Wer während der Chemotherapie möglichst unverändert aussehen möchte, sollte sich bereits vor Beginn der Therapie eine Perücke kaufen und diese nach Vorlage schneiden und eventuell einfärben lassen.

Je nach Anspruch und Auswahl entscheidet man sich für eine Echthaarperücke oder eine aus künstlichen Fasern. Echthaarperücken stehen für Natürlichkeit und eine hohe Qualität, doch mittlerweile gibt es auch zahlreiche hochqualitative Kunsthaarperücken, die fast keine Unterschiede erkennen lassen. Vielen hilft es, wenn sie die Haare sehen und anfassen können.

Entscheidend ist auch die Montur der Perücke. Der Haaransatz sollte so natürlich wie möglich aussehen, und die Haare sollten so verarbeitet sein, dass die Frisur jederzeit sitzt, auch bei Wind oder schnellen Bewegungen. Für den Tragekomfort sollte die Perücke aus atmungsaktivem Innenmaterial sein.

Als Überbrückung bis zur Zeit, wann die eigenen Haare wieder nachgewachsen sind, helfen Perücken vielen PatientInnen dabei, wieder etwas Mut zu fassen und das Selbstbewusstsein während der Therapie nicht zu verlieren. Das hat mit Sicherheit auch einen positiven Einfluss auf den Genesungsprozess.