Was macht die Sonne so schädlich für die Haut, sie ist doch auch für viele lebensnotwendige Prozesse unabdingbar?

Genau, ohne Sonne gibt es kein Leben. Aber eben auch kein Licht ohne Schatten: vor allem die aggressiven UV-B- und UV-A-Strahlen der Sonne dringen in die Hautzellen ein und beleidigen deren DNA in den Zellkernen bzw. stören sie derart, dass daraus Krebszellen entstehen können. Außerdem zeichnen sie auch für Faltenbildung, Verfärbungen und Veränderungen der Hautstrukturen verantwortlich.

Sie verursachen aber auch die dunkle Pigmentierung der Haut, die wiederum die Hautoberfläche vor der UV-Strahlung zu schützen imstande ist und doch soviel Eindringen der Strahlen zulässt, dass noch genügend Vitamin D gebildet werden kann.

Wie kann man die Haut noch schützen?

Am besten meidet man die Sonne in ihrer aggressivsten Zeit über Mittag von 11 bis 15 Uhr. Selbst bei wolkigem Himmel erreichen vor allem noch UV-A-Strahlen die Erde. Sie dringen viel tiefer in die Haut ein und zerstören auch deren elastische Fasern, Faltenbildung ist die Folge. Eine solare Entzündung von UVA-Strahlen wird – wenn überhaupt – erst nach 2-3 Tagen bemerkt, eine wiederholte, geringe Dosis, wie sie in Solarien verabreicht wird, wirkt also im Moment schön bräunend, schädigt aber langfristig in den tieferen Hautschichten derart, dass der Hautalterungsprozess schon viele Jahre früher einsetzen kann.

UV-A-Strahlen sind auch hauptsächlich die Verursacher von Sonnenallergien. Auf natürliche Weise helfen außerdem die drei H: Hut, Hemd und Hose. Der Hut mit breiter Krempe, der die sogenannten Sonnenterrassen Nasenrücken, Ohren, Schultern, Nacken und die Unterlippe beschattet sowie ein medizinischer Sonnenschutz aus der Apotheke.

Welche Cremen sind aus medizinischer Sicht hilfreich?

Es gibt viele Cremen für danach, die kühlen und damit die Entzündung der Haut besänftigen. Dasselbe, was auch mit Joghurts oder kalten Gurkenscheiben auf die Haut erreicht wird. Die langfristige Wirkung der UV-Strahlung, nämlich die DNA-Schädigung, kann man damit aber nicht rückgängig machen. Wenn also ein Sonnenbrand entstanden ist, ist es ungeheuer wichtig, danach 2-3 Wochen die Sonne zu meiden!

Genügend dick aufgetragen können Sonnencremen die UV-Einwirkung blockieren. Sie müssen dabei ein Wellenlängenspektrum der UV-Strahlung von ca. 280-400 nm abdecken. Die kurzwelligen sind hochaggressive UV-B-Strahlen, die langwelligen UV-A-Strahlen sind weniger aggressiv, gehen aber tiefer in die Lederhaut hinein. Zu beachten ist zudem, dass Sonnenschutzmittel sich durch Schweiß und Meerwasser beispielsweise wieder ablösen können und entsprechend nachgecremt werden muss.

Wie schafft es die Haut überhaupt, mit Sonne umzugehen?

Jetzt im Frühling ist die Haut noch gar nicht vorbereitet, sozusagen einem Überraschungsangriff ausgeliefert. Sonneneinstrahlung ist im Frühling also noch gefährlicher. Die Haut muss langsam an zunehmende Sonnenzeiten gewöhnt werden, damit sie ihren Eigenschutz entwickeln kann. Dabei werden die oberste Hautschicht und mit ihr die Lichtschwiele dicker, um das Eindringen der aggressiven UV-Strahlen zu minimieren. Pigmentzellen werden stimuliert und liefern allen hornbildenden Zellen quasi kleine Sonnenschirmchen. 2-3 Wochen später dürfte die Haut dann abhängig vom Pigmentierungstyp ihren Eigenschutz aufgebaut haben.

Was sind erste Anzeichen von Hautschädigungen?

Minimale Erythemdosen zeigen die individuelle Widerstandsfähigkeit der Haut gegen UV-Strahlung. Abhängig vom Hauttypus kommt es dann mit unterschiedlicher Latenzzeit zu Rötungen, Brennen, Blasenbildung – also einer Entzündung. Systemische Symptome ähnlich einem Infekt wie Fieber, Schüttelfrost etc. können folgen. Meidet man nach so einer Überdosis 2-3 Wochen die Sonne, hat die Haut Mechanismen, mit denen sie bis zu einem gewissen Grad eine Reparatur schaffen kann.

Woran erkennt man dann Weißen Hautkrebs?

Vorstufen zeigen sich meist durch lokale Rauigkeit und erhöhte Empfindlichkeit besonders an den sonnenexponierten Regionen. Auf dieser sonnengeschädigten Haut können sich Knoten bilden, die teilweise auch bluten und den weißen Hautkrebs etablieren. Nur der erfahrene Facharzt kann aber meist klar zwischen rein kosmetischen bzw. altersbedingten Hautveränderungen und Hautkrebs unterscheiden.

Glücklicherweise ist der Hautkrebs weitestgehend ungefährlich, da er oft erst sehr spät Metastasen bildet. Die Panik, die sofort bei dem Wort Krebs ausbricht, ist nicht mehr ganz zeitgemäß, denn der aktuelle Stand der Therapien vermag mittlerweile sehr gute Behandlungserfolge zu erzielen.

Wie wird er behandelt?

Im Normalfall wird er einfach herausgeschnitten. Selten treten Schwierigkeit damit auf, wenn er z.B. am Auge lokalisiert ist oder etwas aggressiver wächst. In den Vorstufen kann man mit Cremen behandeln, die die kranken Zellen quasi suchen und zerstören. Oft wird flüssiger Stickstoff eingesetzt. Häufig wird auch mit der sogenannten fotodynamischen Therapie behandelt, bei der die Zellen mithilfe von Fotosensibilatoren lokalisiert, markiert und meist einige Stunden danach die kranken Zellen durch Bestrahlung zerstört werden.