Das Röntgen war das erste bildgebende Verfahren überhaupt. Für die von ihm entdeckten X-Strahlen erhielt Wilhelm Conrad Röntgen 1901 den ersten Nobelpreis für Physik. Endlich musste der Körper nicht mehr geöffnet werden, um sich dessen Inneres bildlich vorstellbar zu machen.

Die besonders energiereichen X-Rays durchdringen den Körper, werden durch das Gewebe unterschiedlich geschwächt und ergeben ein Bild, das man anschließend zur Auswertung heranziehen kann. Anwendungsgebiete des Röntgens in der Krebsdiagnostik sind beispielsweise Aufnahmen der Lungen oder die Mammographie der Brust.

Die Röntgentechnik wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer weiterentwickelt – so kombiniert man das Verfahren heute beispielsweise mit Kontrastmitteln. Dadurch können auch Blutgefässe, Hohlorgane oder Körperhöhlen genauer inspiziert werden. 

Gewebeveränderungen im Schnittbild

Die Computertomographie (CT) ist ein spezielles Röntgenverfahren, bei dem der Körper Schicht für Schicht durchleuchtet wird. Bei der CT liegt der Patient auf dem Rücken und wird in eine Röhre geschoben, die um die Längsachse des Patienten rotierend fächer- oder kegelförmige Röntgenstrahlen durch den Körper schiesst.

Der Computer berechnet daraus Schnittbilder, die nur wenige Millimeter dünn sind. Mithilfe eines Kontrastmittels werden die Unterschiede zwischen den verschiedenen Geweben noch deutlicher. Weil die dargestellten Schnittbilder sehr dünn sind, überlagern sich die verschiedenen Strukturen nicht und sind dadurch klarer erkennbar. Die Computertomographie ist deshalb eine der wichtigsten Methoden in der Krebsdiagnostik. Für einige Bereiche wurde sie jedoch von der Magnetresonanztomographie (MRT) abgelöst.

Die Magnetresonanztomographie erzeugt mithilfe von sehr starken Magnetfeldern Schnittbilder aus dem Inneren des Körpers. Im Gegensatz zum Röntgen und zum CT besteht hier keine Strahlenbelastung. Während der Untersuchung fährt der Körper ebenfalls durch eine Röhre, welche ein Magnetfeld aussendet.

Dadurch werden die Wasserstoffatomkerne im Körpergewebe beeinflusst, was gemessen und in Bilder umgewandelt werden kann. Im Gegensatz zu anderen bildgebenden Verfahren läuft die MRT nicht ganz geräuschlos ab – sie produziert während der Messung mehr oder weniger stark ausgeprägte Klopf- und Brummgeräusche.

Die MRT stellt Weichteile besser dar als Knochen und eignet sich daher besonders gut, um die inneren Organe oder das Gehirn zu untersuchen. Vor einer Operation können Chirurgen beispielsweise mit der MRT abschätzen, wie dicht ein Tumor an empfindlichen Nerven liegt. 

Radioaktive Indikatoren

Die Positronen-Emmission-Tomographie (PET) macht mithilfe von Radionukliden bestimmte Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar. Bösartige Tumore haben oftmals einen deutlich aktiveren Stoffwechsel als gesundes Gewebe.

Verwendet wird beim der PET beispielsweise radioaktiv markierter Traubenzucker, wodurch der Zuckerstoffwechsel von Geweben erkennbar wird. In der Auswertung wird das stärker durchblutete Gewebe andersfarbig dargestellt – dadurch lässt sich der Tumor erkennen.

Der Patient wird einer kurzzeitigen Belastung durch radioaktive Strahlen ausgesetzt, doch ist diese sehr gering und nur von kurzer Dauer. Um die Aussagekraft der PET zu erhöhen, wird sie oftmals mit einer CT kombiniert. 

Auch in der Szintigraphie wird ein radioaktiv markierter Stoff verwendet, um krankhafte Veränderungen im Körper sichtbar zu machen. Ein wichtiger Anwendungsbereich der Szintigraphie ist beispielsweise die Untersuchung der Schilddrüse mit radioaktiv markiertem Jod, das sich bevorzugt in diesem Organ anreichert. 

Bei der Endoskopie, einem weiteren bildgebenden Verfahren, wird über lichtleitende Glasfasern Licht in Körperhohlräume geschickt. Zu den häufigsten Endoskopien gehört die Darmspiegelung.

Schon kleinste Veränderungen können auf diese Weise entdeckt werden, lange bevor eine Röntgenuntersuchung einen Befund zeigen würde. Entdeckt der Arzt dabei eine verdächtige Gewebeveränderung, wird er in der Regel eine Gewebeprobe (Biopsie) zur weiteren mikroskopischen Untersuchung entnehmen.