Die Schilddrüse ist eine etwa 20 Gramm schwere schmetterlingsförmige Hormondrüse, die unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre sitzt. Die Drüse speichert Jod und bildet jodhaltige Schilddrüsenhormone wie Thyroxin (T4), die für Energiestoffwechsel und Zellwachstum wichtig sind.

Was ist Schilddrüsenkrebs und wie entsteht er?

Bösartige Geschwulste (Tumore) des Drüsengewebes der Schilddrüse werden Schilddrüsenkrebs genannt. Man unterscheidet den Krebs nach den ihn verursachenden entarteten Zellen in Typen: Am häufigsten ist der papilläre Typ (70 %), gefolgt vom follikulären (20-30 %) – beide nennt man auch differenzierte Schilddrüsentumore (Karzinome).

Mit jeweils 5 % deutlich seltener sind das anaplastische (undifferenzierte) Karzinom und das meist genetisch bedingte medulläre Karzinom (C-Zellkarzinom). Die Ursachen für Schilddrüsenkrebs sind von der Wissenschaft noch nicht eindeutig geklärt. Als Risikofaktoren gelten ionisierende Strahlung, insbesondere im Kindesalter, Jodmangel und das Erbgut.

Wie häufig ist Schilddrüsenkrebs?

Etwa zwei Prozent aller Krebse sind Schilddrüsenkrebse, wobei deren Zahl in Österreich wie weltweit aktuell zunimmt. Hierzulande gibt es etwa 1.000 Neuerkrankungen jährlich. Aus bislang unbekanntem Grund sind mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer betroffen.

Wie zeigt sich Schilddrüsenkrebs?

Ein Schilddrüsenkrebs macht sich erst spät bemerkbar. Erste Anzeichen sind Knoten, die bei entsprechender Größe spürbar hart sind. Sie drücken auf Luft- und Speiseröhre, was beim Atmen und Schlucken stört. Geschwollene Lymphknoten am Hals können ebenso auf einen Schilddrüsenkrebs hinweisen wie Husten, Heiserkeit, Druckgefühl am und Fremdkörpergefühl im Hals.

Wie wird Schilddrüsenkrebs diagnostiziert?

Wer sich mit einem auffälligen Tastbefund in ein Radiologisches Zentrum – bestenfalls mit Schilddrüsenambulanz – begibt, kann dort dank moderner Untersuchungsmethoden innerhalb weniger Stunden mit einer sicheren Diagnose rechnen. Bei einem positiven Befund operieren die spezialisierten Mediziner in der Regel innerhalb weniger Tage, sodass PatientInnen eine lange Wartezeit erspart wird. In der Regel wird dabei die komplette Schilddrüse entfernt.

Die Diagnostik von Schilddrüsenkrebs umfasst Tastuntersuchungen, bildgebende Verfahren wie Sonographie (Ultraschall), Szintigraphie (Nuklearmedizin), Röntgen, Computer- (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT), Feinnadelbiopsie (Punktion), Genanalysen und Labortests.

Per Ultraschall wird zum Beispiel die Knotenstruktur sichtbar, also dessen Form, Größe, Durchblutung und Elastizität (Elastographie), die verlässliche Daten für Folgeuntersuchungen und individuelle Therapie liefert. 

Was passiert nach der Operation?

Sie profitieren in einem solchen Schilddrüsenzentrum mit Ambulanz auch davon, dass dort nach einer Operation und gegebenenfalls folgender Radiojodtherapie auch die komplette Nachsorge stattfindet. Dazu gehören regelmäßige Blutkontrollen mit Tumormarkern und Sonographien des Halses.

Wie sind die Heilungschancen?

Wie für alle Krebsarten gilt auch für den Schilddrüsenkrebs: Je früher er erkannt und behandelt wird, desto besser ist die Aussicht auf Heilung. Die Heilungschancen hängen auch von den Krebstypen und davon ab, ob sich der Krebs nur auf das Schilddrüsengewebe beschränkt oder auch die Lymphknoten befallen hat.