Was ist aktinische Keratose?

Aktinische Keratose stellt eine sehr frühe Form des hellen Hautkrebses, sprich des Plattenepithelkarzinoms, dar. Es gibt verschiedene Formen, die meist als rötliche und schuppende Flecken sichtbar sowie mit einer rauen Oberfläche auch fühlbar sind. Obwohl das Risiko einer einzelnen aktinischen Keratose, sich in ein gefährlicheres Plattenepithelkarzinom umzuwandeln, sehr gering ist, treten rund 80 Prozent aller invasiven Plattenepithelkarzinome in Assoziation mit aktinischen Keratosen auf.

Sie werden somit als wichtige Biomarker für ein erhöhtes Hautkrebsrisiko angesehen. Man sollte aktinische Keratosen möglichst frühzeitig diagnostizieren und behandeln, damit sich eine gefährlichere Form des Hautkrebses gar nicht bilden kann.

Welche Risikogruppen gibt es?

Aktinische Keratosen bilden sich zumeist nach dem 40. Lebensjahr und betreffen vor allem Menschen mit heller Haut. In Österreich hat eine Studie gezeigt, dass jeder dritte Patient, der einen Dermatologen aufsucht, als Hauptursache oder als Nebenbefund aktinische Keratosen hat. Es ist eigentlich eine Volkskrankheit! Gerade in Mittel-, Nord- und Osteuropa, wo der helle Hauttyp vorherrscht, ist das Risiko besonders hoch.

Zur weiteren Risikogruppe zählen Menschen, die sich aus beruflichen Gründen oder durch Freizeitaktivitäten über Jahre im Freien aufhielten, über 40 Jahre alt sind, aber auch Personen, die an einer chronischen Immunsuppression leiden. Männer erkranken übrigens häufiger als Frauen.

Wie entsteht aktinische Keratose?

Die chronische Sonnenbestrahlung führt früher oder später zu Zellkernschädigungen und Mutationen, die einen Überlebensvorteil der geschädigten Zellen gegenüber gesunden Zellen bietet. Dadurch wachsen sie schneller, teilen sich häufiger und sterben nicht. So kann man sich, ganz vereinfacht gesagt, das Krebswachstum vorstellen.

Die Sonneneinstrahlung über Jahrzehnte ist der wesentlichste Faktor in der Entstehung aktinischer Keratosen, daher findet man aktinische Keratosen auch hauptsächlich auf den Sonnenterrassen der Haut. Das heißt z.B. am Nasenrücken, auf der unbehaarten Kopfhaut, an den Ohrspitzen, aber auch an Handrücken, Dekolleté oder im Schulterbereich. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei Methoden, die läsionsgerichtete Behandlung und die Feldbehandlung. Läsionsgerichtet heißt, dass man nur die einzelnen, klinisch sichtbaren, roten Flecken etwa mit flüssigem Stickstoff behandelt. Heute geht man von der rein läsionsgerichteten Behandlung weg und kombiniert diese mit der Feldbehandlung mit Lichttherapie oder Cremes.

Weil neben den mit freiem Auge erkennbaren Hautveränderungen auch immer subklinisch geschädigte Zellen in der Umgebung vorliegen, welche im Laufe der Zeit wieder zu neuen aktinischen Keratosen oder Rezidiven führen können. Das, was man sehen kann, ist ja nur die Spitze des Eisberges! Die Grundbasis jeder weiteren Behandlung ist eine ordentliche Sonnenschutzcreme, um die Ursachen auszuschalten. Damit in Zukunft nicht neue aktinische Keratosen entstehen, sollte man immer auch das Umfeld mit behandeln.

Welche präventiven Maßnahmen empfehlen Sie?

Die Präventivmaßnahme müsste eigentlich Jahrzehnte vor Ausbruch der Erkrankung einsetzen. Wenn man Risikofaktoren hat, sollte man darauf achten, nicht ständig in der Sonne zu sein bzw. sich entsprechend zu schützen. Wenn sich bei älteren Menschen schon aktinische Keratosen gebildet haben, sollte man regelmäßig den Dermatologen aufsuchen, weil man damit auch ein erhöhtes Risiko hat, an ernsthafteren Hautkrebsformen zu erkranken. Regelmäßige Kontrollen sind also wichtig!

Haben Sie einen abschließenden Rat für unsere LeserInnen?

Absolut! Gerade in Bezug auf den hellen Hautkrebs haben Studien gezeigt, dass bei Screening-Programmen und Hautkrebsvorsorge-Untersuchungen eigentlich selten jene Menschen kommen, die das höchste Risiko tragen – sprich Männer über 50 Jahren mit einem hellen Hauttyp. Selbst wenn man offensichtlich nichts haben sollte, ist es wirklich wichtig als Basisuntersuchung einmal einen Dermatologen aufzusuchen.

Dabei wird die Haut mit einer Lupe untersucht, das Risiko abgeklärt und der Patient informiert, ob und wie oft weitere Kontrollen notwendig sind. Leider ist jedoch noch nicht ins Bewusstsein gerückt, dass nicht nur schwarze, sondern auch rote Flecken Zeichen für den Hautkrebs sein können. Es ist wichtig, dass darüber mehr informiert wird. Das liegt mir wirklich am Herzen!