Wie klassifiziert man die chronisch lymphatische Leukämie (CLL)?

Die Erkrankung gehört zur Gruppe der B-Zell-Lymphome, sprich Lymphdrüsenkrebs. Anstatt gesunder Lymphozyten werden im Knochenmerk von PatientInnen mit CLL entartete Lymphomzellen gebildet. Bei der CLL befallen die entarteten Zellen nicht nur lymphatisches Gewebe und Organe, sondern lassen sich auch im Blut nachweisen. Daher wird sie als Leukämie beschrieben.

Wie häufig ist CLL?

Auf die gesamte Bevölkerung bezogen handelt es sich jährlich um vier bis fünf Neuerkrankungen unter 100.000 Personen, unter älteren Menschen sind es aber rund 20. Das durchschnittliche Erstdiagnosealter liegt bei 65 bis 70 Jahren. Neben dem Lebensalter gibt es allerdings kaum andere bekannte Risikofaktoren zur Entstehung. Wir vermuten, dass eine chronische Stimulation des Immunsystems die Entartung der Lymphzellen begünstigt.

Daraus erklärt sich, dass die Krankheit vor allem im höheren Lebensalter auftritt, weil man dann eben schon mehr Virusinfekte oder Allergien sowie Immunisierungen durchgemacht hat und dass Menschen mit chronischen Erkrankungen deutlich häufiger betroffen sind. Auch PatientInnen, deren Angehörige ebenfalls an CLL erkrankt sind, haben ein gering erhöhtes Risiko, die Krankheit zu entwickeln.

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

In den meisten Fällen erfolgt die Diagnose eben über das Blutbild, in seltenen Fällen braucht es dazu eine Lymphknotenpunktion oder Knochenmarkbiopsie. Die entarteten Zellen unterscheiden sich von gesunden Lymphozyten durch ihre Oberflächenbeschaffenheit. Aufgrund des Vorliegens von spezifischen Eiweißmolekülen lassen sich diese entarteten Zellen sehr gut bestimmen. Da die Erkrankung oft sehr lange unauffällig verläuft, wird sie häufig erst im Zuge einer anderen Behandlung entdeckt. In einer Vielzahl der Fälle handelt es sich um Zufallsdiagnosen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Rund ein Drittel aller PatientInnen muss gar nicht behandelt werden. Das betrifft vor allem PatientInnen im höheren Lebensalter, deren Erkrankung langsam voranschreitet. Eine kleine Gruppe von PatientInnen muss aber sofort therapiert werden. Häufig wird jedoch erst dann behandelt, wenn in Folge der Erkrankung Komplikationen, wie Anämie oder Schwellungen der Lymphknoten, auftreten.

Aufgrund der Vielzahl neuer Medikamente gibt es hier einen eindeutigen Trend hin zu einer stärkeren Personalisierung der Behandlung. Das erleichtert es, den Patienten und dessen Lebensqualität und nicht primär die Krankheit in den Fokus zu rücken und die Therapie dementsprechend zu gestalten.