Das Bundesministerium für Gesundheit prognostizierte bis 2030 eine Steigerung der jährlichen Brustkrebs-Inzidenz (Neuerkrankungsrate) um 10 Prozent*. In Ziffern ausgedrückt: Für 2030 wird mit 5.636 Neuerkrankungen gerechnet. Das heißt: Brustkrebs bleibt für viele Frauen hierzulande (lebens)bedrohlich.

Mit dem Brustkrebs-Früherkennungsprogramm von Bund, Sozialversicherung, Ländern und der Österreichischen Ärztekammer gibt es in ganz Österreich systematische, qualitätsgesicherte Untersuchungen, um Brustkrebs früh zu erkennen.

Mammografie – die derzeit verlässlichste Methode zur Brustkrebsfrüherkennung

Die Mammografie, also das Röntgen der Brust (Mamma), gilt heute als die verlässlichste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammakarzinom). Sie ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem sich auch kleine Tumore feststellen lassen, die noch nicht tastbar sind.

Die Untersuchungsmethode ist als radiologische und pathologische Doppelbefundung nach dem sogenannten 4-Augen-Prinzip standardisiert und unterliegt hohen Qualitätskriterien. Die Mammografie wird mit modernen Geräten durchgeführt – von für die Früherkennungsmethode ausgebildeten und zertifizierten Radiologen.

Für wen ist das Früherkennungsprogramm?

Das Programm richtet sich an Frauen, die bis dato als brustkrebsfrei gelten. Das sind Frauen, deren jüngste Mammografie einen unauffälligen Befund zeigte, und Frauen, die bisher noch bei keiner Mammografie waren. Die genannten Frauen bekommen im Rahmen des Programms eine Einladung zur sogenannten „Vorsorge-Mammografie“. Wer eh schon alle zwei Jahre zur Mammografie ging, ist ebenfalls einbezogen.

45- bis 69-jährige Teilnehmerinnen können ohne Einladung oder Zuweisung zur Mammografie gehen – einfach mit ihrer e-card. Ihnen schreibt die Sozialversicherung einen Einladungsbrief. Selbstverständlich muss keine Frau auf eine Einladung zur Mammografie warten: Schon die freigeschaltete e-card reicht.

An Ihrem Mammografietermin bei einem am Programm teilnehmenden Radiologen wird dies über die e-card systematisch registriert. Sie sind damit „im System“. Ist der Befund unauffällig, erhalten Sie nach 24 Monaten automatisch die Einladung zur nächsten Vorsorge-Mammografie.

Zeigte die Untersuchung Auffälliges, was abgeklärt werden muss, sodass eine weitere Mammografie in Bälde notwendig wird, kommt eine automatisch generierte Erinnerung per Post. Ihr Arzt wird parallel dazu alles Nötige in die Wege leiten.  

Sind Sie zwischen 40 und 44 oder älter als 70 Jahren? Dann haben Sie die Möglichkeit, sich sozusagen freiwillig zum Früherkennungsprogramm anzumelden und Ihre e-card dafür freischalten zu lassen. Ein Anruf unter der Servicenummer 0800 500 181 genügt – übrigens auch, um Bescheid zu geben, dass Sie nicht am Früherkennungsprogramm teilnehmen wollen.

Zur Mammografie bei verdächtigen Anzeichen

Sie können selbstverständlich jederzeit außerhalb des Programms zur Mammografie gehen, wenn Sie eines der verdächtigen Symptome an sich feststellen, darunter:

  • tastbare Knoten,
  • Dellen oder Verhärtungen der Haut,
  • sichtbare Verformungen,
  • Hautveränderungen,
  • Einziehungen der Brustwarze,
  • Blutungen oder andere flüssige Absonderungen aus der Brustwarze.

Ihr Arzt wird Sie damit unabhängig von Ihrem Alter zur Mammografie zuweisen. Gleiches gilt für Risikopatientinnen.

Alternative zum Früherkennungsprogramm

Sie wollen privat vorsorgen? Auch das ist eine Möglichkeit. Während die Teilnahme am Brustkrebsfrüherkennungsprogramm kostenlos ist, müssen Sie bei privat veranlassten Untersuchungen allerdings mit Kosten von 100 Euro für eine Mammografie und 300 Euro für eine MRMammografie (Kernspintomografie / Schnittbildverfahren der Brust) rechnen.

Was Sie sonst noch zum Früherkennungsprogramm wissen sollten

Zeigt die Mammografie Auffälligkeiten, macht das eine Frau unsicher. Angst und Panik kommen auf. Der Radiologe schickt Sie programmgemäß direkt zur Abklärung. Lassen Sie sich nicht davon verunsichern, dass Hausarzt / Gynäkologe momentan außen vor sind.

Das gilt auch, wenn Sie einen Kontrolltermin nach sechs Monaten bekommen. Verunsichert Sie dieses Vorgehen, löchern Sie den Radiologen! Fordern Sie das Maß an Betreuung ein, medizinisch wie seelsorgerisch, dass Sie auf sicheren Füßen stehen lässt!

*nach Bundesministerium für Gesundheit: „Trends der Entwicklung von Krebserkrankungen in Österreich. Eine Prognose bis 2030“ (2015)